Gysi

Mai 28, 2008

So unsicher vieles bei dieser Affaire ist, eins ist sicher: Wenn einer so hart bekämpft wird, dann wird er den Großkopferten politisch zur Gefahr. Die bisherigen Strategien, die Linke beim Wähler zu diskreditieren, funktionieren also nicht mehr in dem Ausmaß wie gewünscht. Und das ist eine gute Nachricht, vielleicht baut die auch Gregor Gysi ein bisschen auf: Feinde muss man sich erarbeiten.

Außerdem will man die Zeit nutzen, in der die aufgeregten Medien und Blogger und das Wahlfußvolk mit Gregor Gysi beschäftigt sind, und relativ unbehelligt weiter Grundrechte aushöhlen, Gras über Telekom-Skandale wachsen lassen, Umverteilung von unten nach oben betreiben (vulgo: Reform), das Prekariat vergrößern (helfen) (und dabei gleich die Arbeitslosenstatistik schönen, hurra) und was so auf der Agenda 2008 steht.

Die einzige Art, sich gegen solche Angriffe effektiv zur Wehr zu setzen, ist vermutlich, einen Privatdetektiv zu engagieren, der die Munition dafür liefert, die Gegner fertig zu machen, bevor sie einen selbst fertigmachen. Das ist widerlich, aber leider normal. Nicht nur in der Politik, auch privat. Bei ihnen nicht? Ah, ich sehe, Sie sind noch nicht das erste Mal geschieden.

Überleben, und dann weiter inhaltlich arbeiten.

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